Operatives Ergebnis legte im 1. Halbjahr 2020 trotz COVID-19 Krise um 17,3% auf EUR 19,4 Mio. zu

21. August 2020

Highlights 1. Halbjahr 2020

  • Anhaltend starke Kernerträge: Zinsüberschuss +10,9% vs. H1 2019,
    Provisionsergebnis – trotz verringerter persönlicher Beratungsfrequenz durch COVID-19 – nahezu stabil
  • Weitere Effizienzsteigerungen – Verwaltungsaufwand um -3,2% unter Vorjahreswert
  • Solide Risikosituation: NPL-Quote zum 30.6.2020 auf 0,89% verringert (31.12.2019: 0,96%), Risikokosten auf Normalniveau – trotz Risikovorsorge für allfällige COVID-19 Effekte
  • Refinanzierung für 2020 weitgehend abgeschlossen – zwei Benchmarkanleihen erfolgreich emittiert
  • CET1-Quote zum 30.6.2020 bei hohen 17,64% („pro-forma“ inkl. Zwischenergebnis bei 18,07%)

Positive Entwicklung des Kerngeschäfts

In einem Umfeld, durch COVID-19 geprägt von einer beispiellosen Gesundheits- und Wirtschaftskrise, entwickelte sich das operative Geschäft des HYPO NOE Konzerns anhaltend stark. Der Zinsüberschuss als wesentlichste Ertragskomponente erhöhte sich um 10,9% auf EUR 63,6 Mio. erneut signifikant. Ungeachtet der verringerten persönlichen Beratungsfrequenz lag das Provisionsergebnis nahezu stabil bei EUR 9,0 Mio., nach EUR 9,2 Mio. im ersten Halbjahr 2019. Die fortlaufende Digitalisierung des Produktangebots und der Ausbau des Multikanalvertriebs der letzten Jahre unterstützten diese Entwicklung.

Die robusten Kernerträge konnten temporäre Bewertungseffekte überkompensieren, sodass die Betriebserträge1 um 1,2% auf EUR 79,0 Mio. anstiegen. Gleichzeitig wurden die in Umsetzung befindlichen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz intensiviert, wodurch der Verwaltungsaufwand2 um -3,2% auf EUR 59,7 Mio. zurückging. Das operative Ergebnis (vor Risikokosten) legte somit um 17,3% auf EUR 19,4 Mio. kräftig zu. Die Cost-Income-Ratio (CIR) verbesserte sich auf 57,87% (H1 2019: 61,42%).

Mit Ausbruch des Coronavirus haben wir rasch Maßnahmen für einen sicheren und stabilen Geschäftsablauf eingeleitet und standen unseren Kundinnen und Kunden über alle Beratungskanäle hinweg stets als verlässlicher Partner zur Seite.— Wolfgang Viehauser, Vorstand HYPO NOE

Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf solide EUR 14,3 Mio. (H1 2019: EUR 19,9 Mio.). Der hohe Vorsteuerüberschuss des Vorjahres war auf eine besonders gute Risikosituation – geprägt von Auflösungen in Höhe von EUR 3,4 Mio. – zurückzuführen. Die Risikokosten (ECL) sind im ersten Halbjahr 2020 auf ein normales Niveau von EUR -5,1 Mio. zurückgekehrt, obwohl allfälligen COVID-19 Effekten in den ECL-Modellen vorausschauend Rechnung getragen wurde. Damit sollen einerseits makroökonomische Veränderungen und andererseits potenzielle Auswirkungen auf das Kreditportfolio vorweggenommen werden.

Bilanz von starkem Kundengeschäft geprägt

Die Neukreditvergabe in Höhe von EUR 900 Mio. (H1 2019: EUR 800 Mio.) entwickelte sich in der ersten Jahreshälfte 2020 erneut solide und lag – sowohl was das Volumen als auch die erzielten Margen anlangt – trotz COVID-19 Pandemie im Plan. Entsprechend erhöhten sich die Finanziellen Vermögenswerte – AC gegenüber Ende 2019 um 5,9% auf EUR 13,1 Mio.

Gerade in unsicheren Zeiten zeigt sich die Stabilität, die von unserem risikoarmen Geschäftsmodell in Verbindung mit einer verlässlichen Eigentümerstruktur ausgeht.— Udo Birkner, Vorstand HYPO NOE

Refinanzierung längerfristig sichergestellt

In einem herausfordernden Umfeld mit erhöhten Marktvolatilitäten konnte der HYPO NOE Konzern seine Re- finanzierungsaktivitäten wie geplant durchführen. Im Mai wurde die erste europäische Pfandbrief-Benchmarkanleihe außerhalb Frankreichs seit Beginn der COVID-19 bedingten Krise begeben, im Juni folgte die Debüt-Benchmarkemission eines Senior Preferred Green Bonds – beide Transaktionen mit jeweils starker Überzeichnung. Der uneingeschränkte Zugang zum Kapitalmarkt war für die HYPO NOE Landesbank somit auch in der Krise stets sichergestellt.

Nichtsdestotrotz besteht nach wie vor hohe Unsicherheit über Dauer und Fortbestand der Pandemie und damit über das Ausmaß der makroökonomischen Folgen. Daher hat die HYPO NOE Landesbank im Juni am TLTRO III-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) teilgenommen. Durch diese zusätzliche ein- bis dreijährige Refinanzierungsmöglichkeit zu attraktiven Konditionen wird die HYPO NOE Landesbank einmal mehr ihrer langfristigen Orientierung gerecht. Ist sie somit doch auch im Falle eines noch widrigeren Krisenverlaufs gut aufgestellt, um ihren Aufgaben als Landesbank weiterhin bestmöglich nachkommen zu können. Bedingt durch die Aufnahme des TLTRO III erhöhte sich die Bilanzsumme zum 30.6.2020 temporär auf EUR 17,3 Mrd. sowie die Finanziellen Verbindlichkeiten – AC auf EUR 15,1 Mrd. (exkl. TLTRO III: EUR 13,5 Mrd.), nach EUR 12,5 Mrd. zum Jahresende 2019.

Konservatives Kapital- und Risikoprofil

Die harte Kernkapitalquote (CET1) belief sich zum 30.6.2020 auf hohe 17,64%, nach 19,19% zum Jahresende 2019. Unter Berücksichtigung des bisherigen unterjährigen Ergebnisses und einer linearen Aliquotierung der regulatorischen Kosten, lag sie – trotz erfolgreicher Neukreditvergaben und COVID-19 Risikovorsorge – sogar bei 18,07%. Die Kapitalausstattung des Konzerns befand sich damit um knapp 5%-Punkte signifikant über den regulatorischen Mindestanforderungen einschließlich SREP. Die Non-Performing-Loan (NPL) Quote ver- blieb auch zum Ende des ersten Halbjahres mit 0,89% (31.12.2019: 0,96%) auf historisch niedrigem Niveau und spiegelt damit die anhaltend hohe Portfolioqualität des HYPO NOE Konzerns wider.

Ausblick

Auf Basis des guten Halbjahresergebnisses 2020 erwartet der HYPO NOE Konzern für das verbleibende Jahr eine weiterhin solide Geschäftsentwicklung, wenngleich nach wie vor Unsicherheit über die Dauer und makro- ökonomischen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie bestehen. In den für den HYPO NOE Konzern wichtigen Märkten Österreich und Deutschland wurden umfangreiche staatliche Stabilisierungsmaßnahmen verab- schiedet, die die realwirtschaftlichen Auswirkungen jedenfalls begrenzen sollten. Insbesondere durch seinen Business-Mix mit Schwerpunkt auf risikoarme Infrastruktur- und Wohnbaufinanzierungen sieht sich der HYPO NOE Konzern robust aufgestellt, um den Auswirkungen der COVID-19 bedingten Krise zu begegnen. Diesen wurde in den ECL-Modellen im Rahmen der Risikovorsorge entsprechend Rechnung getragen.

Insgesamt kann der HYPO NOE Konzern auf eine stabile Basis bauen: Zum 30.6.2020 entfielen hohe 81% der Aktiva auf risikoarme Infrastruktur-, Großwohnbau und Treasury-Positionen. Die darauf entfallende NPL- Quote belief sich auf sehr niedrige 0,07%. Zudem verfügt der HYPO NOE Konzern über keine Aktien- oder Fondsengagements und hat die Fair-Value-Positionen in der Bilanz im ersten Halbjahr 2020 weiter verrin- gert, um Volatilitäten möglichst gering zu halten. Zum 30.6.2020 lag der Anteil an At-Cost-Positionen bei hohen 92% aller finanziellen Vermögenswerte.

Die Strategie des HYPO NOE Konzerns basiert auch weiterhin auf organischem Wachstum im Kerngeschäft, Digitalisierung und der weiteren Erhöhung der Profitabilität. Dies soll unter Beibehaltung eines konservativen Kapital- und Risikoprofils sichergestellt werden. Das Land Niederösterreich als langfristig orientierter 100%- Eigentümer unterstützt die beständige Umsetzung dieser Strategie.

Der vollständige Halbjahresfinanzbericht 2020 steht in unserem Download Center zur Verfügung.