Starke Entwicklung operativen Geschäfts führt zu höherem Nettogewinn in Q1-Q3 2020

10. November 2020

Highlights 1.–3. Quartal 2020

  • Nettogewinn +8,9% vs. Q1-Q3 2019, Operatives Ergebnis +27,0% vs. Q1-Q3 2019
  • Anhaltend starke Kernerträge: Zinsüberschuss +10,9% vs. Q1-Q3 2019,
    Provisionsergebnis im 9-Monats-Vergleich stabil, im 3.Quartal um 5,7% über Vorjahreswert
  • Verwaltungsaufwand -3,9% vs. Q1-Q3 2019, CIR zum 30.9.2020 bei 55,10%
  • NPL-Quote mit 0,84% zum 30.9.2020 auf historisch niedrigem Niveau (31.12.2019: 0,96%),
    Risikokosten auf niedrigem Normalniveau - trotz Risikovorsorge für allfällige COVID-19 Effekte
  • CET1-Quote zum 30.9.2020 bei hohen 17,56% („pro-forma“ inkl. Zwischenergebnis bei 18,40%)

Steigerung der Profitabilität aus dem Kerngeschäft

Der HYPO NOE Konzern konzentrierte sich im bisherigen Jahresverlaufauf die konsequente Umsetzung seiner geschärften Strategie „Fokus 25“. Damit konnte der Trend der letzten Berichtsperioden fortgesetzt und die Profitabilität aus dem operativen Geschäft heraus weiter gestärkt werden. Insbesondere die Kernerträge entwickelten sich erneut stark. Der Zinsüberschuss erhöhte sich in den ersten neun Monaten 2020 um 10,9% auf EUR 96,3 Mio., nach EUR 86,9 Mio. in der Vorjahresperiode. Das Provisionsergebnis konnte - trotz einer durch COVID-19 verringerten persönlichen Beratungsfrequenz - bei EUR 13,2 Mio. stabil gehalten werden, im dritten Quartal wurde bereits wieder ein deutlicher Anstieg von 5,7% gegenüber Q3 2019 verzeichnet.

Das Bewertungsergebnis fiel mit EUR 0,7 Mio. (Q1-Q3 2019: EUR 6,0 Mio.) in einem Umfeld mit erhöhten Marktvolatilitäten positiv aus und spiegelt damit die konservative Bilanzstruktur wider. Der Rückgang im Jahresvergleich konnte durch robuste Kernerträge überkompensiert werden, sodass sich die Betriebserträge1 um 4,4% auf EUR 123,6 Mio. erhöhten. Gleichzeitig reduzierte sich der Verwaltungsaufwand2 weiter und lag um 3,9% unter dem Vorjahreswert. Folglich legte das operative Ergebnis (vor Risikokosten) um 27,0% auf EUR 40,3 Mio. kräftig zu, die Cost-Income-Ratio (CIR) verbesserte sich auf 55,10% (Q1-Q3 2019: 61,91%).

Risikokosten weiterhin auf Normalniveau

In den ersten neun Monaten 2020 lagen die Risikokosten mit EUR -2,7 Mio. auf niedrigem Normalniveau (Q1-Q3 2019: EUR 3,6 Mio.; bedingt durch Auflösungen von Risikovorsorgen). Um die aktuell vorherrschenden makroökonomischen Unsicherheiten und potenzielle Auswirkungen auf das Kreditportfolio zu adressieren, wurde in den ECL-Modellen eine zusätzliche Risikovorsorge für allfällige COVID-19 Effekte berücksichtigt. Der Konzern verfügt über keine nennenswerten Aushaftungen gegenüber derzeit besonders exponierten Branchen - der Schwerpunkt des Portfolios liegt auf risikoarmen Infrastruktur- und Wohnbaufinanzierungen.

Höherer Nettogewinn operativ bedingt

Der dem Eigentümer zurechenbare Periodenüberschuss (Nettogewinn) stieg in den ersten drei Quartalen 2020 um 8,9% auf EUR 28,7 Mio. merkbar an (Q1-Q3 2019: EUR 26,4 Mio.). Wesentlich für diese Entwicklung waren das erneut starke Kundengeschäft ebenso wie die weitere Reduktion der strukturell über die letzten Jahre hinweg verringerten Kostenbasis.

Bilanz von Kundenforderungen geprägt

Einhergehend mit der soliden Neukreditvergabe von EUR 1,2 Mrd. in den ersten drei Quartalen 2020, stiegen die Finanziellen Vermögenswerte - AC gegenüber dem Jahresende 2019 um 6,5% auf EUR 13,2 Mrd. an. Das Neuvolumen ist nach Geschäftssegmenten gut diversifiziert und liegt - sowohl was das Volumen als auch die erzielten Margen anlangt - trotz COVID-19 Pandemie im Plan.

Ungeachtet des schwierigen Umfeldes mit erhöhten Marktvolatilitäten, konnte die Refinanzierung bereits frühzeitig im Jahr längerfristig sichergestellt werden. Nach zwei erfolgreichen Benchmarkemissionen - einem hypothekarischen Pfandbrief im Mai und einem Senior Preferred Debüt Green Bond im Juni - beteiligte sich die HYPO NOE Landesbank gegen Ende des ersten Halbjahresam TLTROIII-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB). Der uneingeschränkte Zugang zum Kapitalmarkt war für die HYPO NOE Landesbank somit auch in der Krise stets sichergestellt. Durch den EZB-Tender und das Pre-Funding für Fälligkeiten im zweiten Halbjahr, erhöhten sich die Finanziellen Verbindlichkeiten - AC auf EUR 14,8 Mrd., nach EUR 12,5 Mrd. zum Jahresende 2019. Folglich lag die Bilanzsumme zum 30.9.2020 mit EUR 17,0 Mrd. temporär höher.

Hohe Solvabilität und risikoarmes Portfolio

Der HYPO NOE Konzern berichtete auch zum 30.9.2020 eine weit über dem nationalen und EU-weiten Durchschnitt3 liegende harte Kernkapitalquote (CET1) von 17,56%. Unter Berücksichtigung des bisherigen unterjährigen Ergebnisses und einer linearen Aliquotierung der regulatorischen Kosten, lag die CET1-Quote sogar bei 18,40%, obgleich die CRR-Erleichterung „KMU-Unterstützungsfaktor“ noch nicht angewandt wurde. Die Kapitalausstattung des HYPO NOE Konzerns lag damit zum Ende des dritten Quartals 2020 um über 5%-Punkte signifikant über den regulatorischen Mindestanforderungen inkl. SREP. Darüber hinaus sieht das Finanzmarktstabilitätsgremium beim Finanzministerium (FMSG) vor, den Systemrisikopuffer, der für den österreichischen Hypothekenbankensektor aktuell bei 1,0% liegt, im Dezember 2020 auf 0,5% herabzusetzen.

Die Non-Performing-Loan (NPL) Quote verblieb auch zum 30.9.2020 mit 0,84% (31.12.2019: 0,96%) auf historisch niedrigem Niveau. Die anhaltend niedrigen NPL-Volumina spiegeln die hohe Portfolioqualität, das risikoarme Geschäftsmodell und ein aktives Sanierungsmanagement des HYPO NOE Konzerns wider. Auch die NPL-Coverage-Ratio fiel mit 81,61% zum Ende des dritten Quartals 2020 weiterhin hoch aus (31.12.2019: 86,58%).

Ausblick

Auf Basis der guten Entwicklung des operativen Geschäfts in den ersten neun Monaten 2020 erwartet der HYPO NOE Konzern für das vierte Quartal eine weiterhin solide Geschäftsentwicklung. Es ist jedoch davon auszugehen, dass erneute Lockdown-Maßnahmen punktuell Auswirkungen auf die persönliche Beratungsfrequenz haben werden. Der Ausbau des Multikanalangebots und die Digitalisierung des Produktangebotes konnten negative Effekte im bisherigen Jahresverlauf aber begrenzen. Angesichts der Entwicklung des Infektionsgeschehens besteht weiterhin Unsicherheit über die Dauer und makroökonomischen Folgen der COVID-19 Pandemie. In den für den HYPO NOE Konzern wichtigen Märkten Österreich und Deutschland wurden aber umfangreiche staatliche Stabilisierungsmaßnahmen verabschiedet, die die realwirtschaftlichen Folgen weiterhin abmildern sollten. Der HYPO NOE Konzern hat den möglichen Auswirkungen der COVID-19 bedingten Krise in den ECL-Modellen im Rahmen einer zusätzlichen Risikovorsorge jedenfalls Rechnung getragen.

Insbesondere durch seinen Business-Mix kann der HYPO NOE Konzern auf eine stabile Basis bauen: Zum 30.9.2020 entfielen hohe 80% der Aktiva auf risikoarme Infrastruktur-, Großwohnbau-und Treasury-Positionen. Die darauf entfallende NPL-Quote belief sich auf sehr niedrige 0,07%. Zudem verfügt der HYPO NOE Konzern über keine Aktien- oder Fondsengagements und hat die Fair-Value-Positionen in der Bilanz im bisherigen Jahresverlauf weiter verringert, um Volatilitäten möglichst gering zu halten. Zum 30.9.2020 lag der Anteil an At-Cost-Positionen bei hohen 92% aller finanziellen Vermögenswerte.

Die Strategie des HYPO NOE Konzerns basiert auch weiterhin auf organischem Wachstum im Kerngeschäft, Digitalisierung und der weiteren Erhöhung der Profitabilität. Dies soll unter Beibehaltung eines konservativen Kapital-und Risikoprofils sichergestellt werden. Das Land Niederösterreich als langfristig orientierter 100%-Eigentümer unterstützt die beständige Umsetzung dieser Strategie.

Die vollständige Quartalmitteilung zum 30.9.2020 steht in unserem Download Center zur Verfügung.

1 Nach Sondereffekten (Bewertung „Bedingter Zusätzlicher Kaufpreis HETA“, Dotierung Rückstellung Negativzinsen Unternehmenskunden): EUR 125,2 Mio. (Q1-Q3 2019: EUR 117,7 Mio.)

2 Nach Sondereffekten (Dotation Abwicklungs-/Einlagensicherungsfonds, Abschlagszahlung Stabilitätsabgabe): EUR 69,0 Mio. (Q1-Q3 2019: EUR 72,9 Mio.)

3 Österreich: 14,27%; EU: 14,72% | Quelle: EBA Risk Dashboard; letztverfügbarer Wert: 06/2020